Kopf oder Zahl – Wie Sie überlegt kluge Entscheidungen treffen




Was meinen Sie, wie oft Sie sich im Lauf des Tages zwischen mehreren Alternativen entscheiden? 100 oder 1.000 Mal? Hirnforscher gehen davon aus, dass wir rund 20.000 Entscheidungen treffen. Unbewusst können es sogar wesentlich mehr sein. Denn der technische Fortschritt beschleunigt Privatleben und Arbeitsalltag und erfordert flexibles Denken. Angesichts der fast unbegrenzten Möglichkeiten fällt es vielen Menschen schwer, die richtige Wahl zu treffen. Im Berufsleben kann ein Zaudern aber ganz schnell zu negativen Konsequenzen führen. Fünf Tipps zeigen Ihnen, wie Sie schnell und erfolgreich Entschlüsse treffen.

Entscheidungen treffen statt langes grübeln
Wer zu lange über Entscheidungen grübelt, verpasst oft wichtige Chancen.

Was ist das Problem

Der Chef fragt bei der Teamsitzung, wer die Leitung eines großen Projekts übernehmen möchte. Die Aufgabe reizt Sie, aber es kann ja auch viel schiefgehen. Während Sie noch das Für und Wider abwägen, greift Ihr Kollege beherzt zu und sammelt viele Sympathiepunkte für seine Karriere. Natürlich ist es nicht klug, sich blindlings in jede Aufgabe zu stürzen. Aber wenn Sie zu lange abwägen, verpassen Sie tolle Möglichkeiten. Aufgrund des technischen Fortschritts fällt es vielen Menschen immer schwerer, Entscheidungen zu treffen. Schon der Kauf eines Fernsehers wird zu einer langwierigen Operation. Statt wie früher auf die Beratung des Fachhändlers zu vertrauen, wird wie verrückt im Internet recherchiert, um das Angebot und die Preise zu vergleichen. Dabei ist jedem klar, dass es gar nicht möglich ist, alle verfügbaren Informationen zu beschaffen. Das macht es umso schwerer, sich zu entscheiden.

Die Qual der Wahl – Kluge Entscheidungen treffen Sie angstfrei mit Köpfchen und Intuition! Klick um zu Tweeten

So funktioniert es

Wer Entscheidungen treffen muss, kann in der Regel zwischen mindesten zwei Alternativen wählen. Um die einzelnen Möglichkeiten bewerten zu können, ist es sinnvoll, Informationen zu sammeln. Anschließend werden diese Fakten bewertet und so kristallisiert sich der bestmögliche Weg heraus. Mit der Umsetzung des Entschlusses schließt der Entscheidungsprozess.

Tipp Nr. 1: Gehen Sie Entscheidungen nicht aus dem Weg

Oft werden wichtige Entscheidungen aufgeschoben, weil die Konsequenzen unklar sind. Sollen die Produktionskosten gesenkt werden oder sind Investitionen in eine größere Produktpalette vorteilhaft. Soll Bewerber A oder Bewerber B den Job bekommen? Soll ich die Projektleitung übernehmen oder lieber doch nicht? Jede dieser Entscheidungen hat weitreichende Folgen, die unter Umständen dem Unternehmen viel Geld kosten und dem einzelnen viel Ärger bereiten können. Sich nicht zu entscheiden, kann aber genauso viele Probleme mit sich bringen. Es belastet und raubt Energie,  immer wieder an den Zwiespalt zu denken, nur weil es schwerfällt, Entscheidungen zu treffen. Schieben Sie in Zukunft große Entscheidungen nicht auf die lange Bank sondern setzen Sie sich konkret einen Termin. Tragen Sie in Ihrem Terminkalender ein, bis wann Sie einen Entschluss fassen möchten. Dann starten Sie mit der Diagnosephase. Klären Sie zunächst für sich das Problem: Welche Alternativen stehen Ihnen überhaupt zur Verfügung? Wichtig ist auch, sich über den eigenen Antrieb Gedanken zu machen. Wollen Sie überhaupt eine Projektleitung übernehmen oder wollen Sie nur das machen, was andere von Ihnen erwarten?

Entscheidungen treffen leicht durch Deadlines
Entscheidungen treffen Sie leichter, wenn Sie sich eine Deadline im Terminkalender notieren.

Extra-Tipp:

Immer wenn Sie Veränderungen planen, sollten Sie diese als SMART-Ziele formulieren. Die einzelnen Buchstaben stehen für:

  • S – spezifisch: Formulieren Sie das Ziel konkret, spezifisch und präzise.
  • M – messbar: Sie brauchen ein Kriterium, an dem Sie den Erfolg bzw. die Umsetzung des Ziels erkennen können.
  • A – angemessen und attraktiv: Ein Ziel darf weder über- noch unterfordern.
  • R – realistisch: Utopische Zielvorgaben demotivieren.
  • T – terminiert: Setzen Sie einen klaren Termin, wann das Ziel erreicht werden soll.

Wie Sie SMART-Ziele erfolgreich einsetzen, erkläre ich Ihnen ausführlich in meinem Blogbeitrag: The winner takes it all – Erfolgreiche Sieger setzen sich SMART-Ziele.

Tipp Nr. 2: Wissen ist Macht – Informieren Sie sich

Im nächsten Schritt sammeln Sie alle Informationen, die Sie für eine fundierte Entscheidung benötigen. Dabei sollte Ihnen klar sein, dass es kaum möglich ist, alle Informationsquellen zu 100 Prozent auszuschöpfen. Damit Sie sich angesichts der technischen Möglichkeiten nicht verzetteln, setzen Sie sich am besten wieder einen konkreten Zeitpunkt. Bis zum Datum X ist die Informationsbeschaffung abgeschlossen. Als Quellen bieten sich Fachliteratur, das Internet aber auch persönliche Kontakte an. Ein Gespräch mit Geschäftspartnern oder Freunden zeigt Ihnen oft ganz neue Blickwinkel auf. Bei internen Entscheidungen sollten Sie auch Ihr Team mit einbeziehen. Ihre Mitarbeiter haben ein fundiertes Fachwissen über ihren Arbeitsbereich und haben oft innovative Ideen. Etablieren Sie deshalb in Ihrem Unternehmen das Verbesserungsvorschlagwesen. Damit Sie konkrete Antworten erhalten, sollten Sie die Rahmenbedingungen festlegen. In unserem Büro-Kaizen®-Download-Center finden Sie eine Vorlage für Verbesserungsvorschläge.

Tipp Nr. 3: Für unentschlossene – Methoden der Entscheidungsfindung

Nun haben Sie zwar alle Fakten gesammelt und auch alternative Wahlmöglichkeiten gefunden. Vielleicht sehen Sie jetzt klar Ihren Weg. Vielleicht sind Sie aber immer noch hin- und hergerissen und können sich nicht entscheiden. Dann helfen Ihnen diese drei Methoden, Ihre Gedanken zu sortieren.

  1. Die Pro- und Contra-Liste

Diese Methode bietet sich bei einfachen Fragestellungen an, zum Beispiel ob Sie eine Projektleitung übernehmen oder ein neues Jobangebot annehmen wollen. Erstellen Sie eine Liste mit zwei Spalten. Links notieren Sie alle Argumente, die für Ihre Entscheidung sprechen. Auf der rechten Seite halten Sie die negativen Gründe fest.

  1. Entscheidungsmatrix

Diese klar strukturierte und übersichtliche Variante sorgt für Klarheit bei mehreren Alternativen. Entwerfen Sie eine Tabelle, wobei jede Alternative eine eigene Spalte erhält. Auf der horizontalen Achse notieren Sie die Bewertungskriterien. Vergeben Sie nun in den entsprechenden Zeilen Noten, die verdeutlichen, wie gut oder weniger gut die einzelnen Alternativen die einzelnen Kriterien erfüllen. Am Ende können Sie für jede mögliche Entscheidung eine Gesamtnote ermitteln.

Beispiel:

 

Alternative A

Alternative B

Alternative C

Kriterium 1

 

 

 

Kriterium 2

 

 

 

Kriterium 3

 

 

 

Kriterium 4

 

 

 

Gesamtpunktzahl:

 

 

 

 

  1. Entscheidungen treffen mit Mind-Mapping

Wer lieber visuell und kreativ arbeitet, findet eher mit dieser Methode eine Lösung. Schreiben Sie eine Frage in die Blattmitte. Jeder Aspekt erhält nun einen Ast, der von der Mitte abzweigt. Notieren Sie alle Gedanken, die Ihnen durch den Kopf gehen. Diese Vorgehensweise hilft Ihnen, Ihre Gedankengänge zu visualisieren.

Tipp Nr. 4: Bauch oder Kopf – So treffen Sie Entscheidungen

Nachdem Sie viele Informationen gesammelt haben, fällt es Ihnen in der Regel leichter, eine Entscheidung zu treffen. Aber nicht immer helfen reine Fakten, um den richtigen Weg zu finden. Oft mischt auch das Bauchgefühl mit. Selbst wenn alle Informationen für Alternative A sprechen, setzt trotzdem ein ungutes Bauchgrummeln ein. Hier melden sich im Unterbewusstsein Erfahrungen zu Wort, die die entsprechende Person im Lauf seines Lebens gesammelt hat. Es kann also durchaus von Vorteil sein, auf seine Intuition zu hören. Wenn Sie sich nicht entscheiden können, schlafen Sie eine Nacht darüber. Denn die besten Entscheidungen treffen wir im Schlaf.

Extra-Tipp:

Stress lähmt Ihren Verstand, denn in diesem Zustand werden alle Funktionen aktiviert, die Sie für Flucht oder Kampf benötigen. Versuchen Sie zur Ruhe zu kommen, bevor Sie schwerwiegende Entscheidungen treffen. Mit Sport, mentaler Entspannung oder Atemübungen finden Sie wieder Ihre Mitte. Ich habe Ihnen meine besten Tipps zusammengestellt, mit denen Sie Stress erfolgreich abbauen.

Entscheidungen treffen und glücklich leben
Entspannt treffen Sie leichter die richtigen Entscheidungen für ein glückliches Leben.

 

Tipp Nr. 5: Sehen Sie Fehlentscheidungen als Chance an

Trotz Abwägen und klugen Listen, niemand ist vor Fehlentscheidungen geschützt. Wer sich ärgert und mit Vorwürfen traktiert, lähmt nur sein Selbstbewusstsein. Zum Schluss bauen sich Ängste auf, die nächste Entscheidung könnte sich ebenfalls als falsch erweisen. Die Angst vor Fehlern bremst jedoch Innovationen und Fortschritt aus. Nehmen Sie stattdessen die Niederlage als Chance, aus diesem Fehler zu lernen. Das gelingt, wenn Sie den Blickwinkel ändern: Fehler zeigen Schwachstellen und Entwicklungspotentiale auf. Lesen Sie, wie Sie Fehler zu Freunden machen!

Darauf kommt es an

Schieben Sie Entscheidungen nicht endlos vor sich her, bevor Sie nach langem Grübeln einen Entschluss treffen. Es ist vernünftig, sich zu informieren. Aber verzetteln Sie sich nicht. Der Aufwand sollte im vernünftigen Verhältnis zu dem Ergebnis stehen. Es lohnt sich nicht, stundenlang im Internet nach Schnäppchenpreisen zu recherchieren, um dann einen Euro zu sparen!

Was der Tipp bewirkt

Es gehört zum Leben, immer wieder schwerwiegende Entscheidungen zu treffen. Wer die passende Balance zwischen sorgfältigem Abwägen und schnellem Entschluss findet, ist beruflich und privat erfolgreicher. Statt ständig über neue oder verpasste Möglichkeiten zu grübeln, sind Sie entspannt und zufrieden mit Ihrem Leben.

Und Sie?

Welche Strategien wenden Sie an, um Ihre Entscheidungen zu treffen? Schreiben Sie mir! Ich bin gespannt auf Ihre Kommentare. Für mehr Gelassenheit bei der Arbeit empfehle ich Ihnen auch meine kostenfreie E-Mail-Serie mit meinen 12 effektivsten Strategien: Endlich frei.

 



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