Eine Kündigung steht an? So vermeiden Sie Fehler!


Eine Kündigung aussprechen zu müssen ist meistens sehr unangenehm. In der Regel gibt es triftige Gründe für die Kündigung. Doch allzu häufig wird die Kündigungsfrist nur noch unmotiviert abgesessen, was das Unternehmen noch einmal eine Menge Geld kosten kann.

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Eine Kündigung auszusprechen ist nie leicht.

Planen Sie eine Kündigung gut vor!

Wer einer Mitarbeiterin oder einem Mitarbeiter kündigen muss, informiert sich in der Regel über die juristischen Feinheiten, übersieht aber, dass noch einige ganz andere Dinge dazugehören. Deshalb sollten Sie eine Kündigung immer gut vorplanen, um das Ausscheiden des Teammitglieds so reibungslos wie möglich zu gestalten – für beide Seiten.

Die unbequeme Frage: Was ist Ihr Eigenanteil an diesem Kündigungsgrund?

Das möchte man eigentlich lieber nicht wissen, oder? Aber es wäre fahrlässig, diesen Aspekt zu übersehen, denn zu einer Kündigung, die nicht aus rein finanziellen Gründen ausgesprochen wird, gehören immer zwei: eine Person, deren Leistung nicht wie erwartet war, und eine Person, die zu lange etwas übersehen und zugelassen hat.
Je mehr Angestellte man hat, desto leichter verliert man deren Leistung aus dem Blick. Sind sie einmal eingestellt, erwartet man, dass sie ihre Arbeit tun. Dabei sollte man vielmehr in regelmäßigen Abständen überprüfen, ob diese Personen überhaupt richtig eingesetzt werden. Sind sie unter- oder überfordert? Schaffen sie ihre Arbeit in angemessenen Zeiträumen? Sind sie selbst zufrieden? Wo hakt es und was könnte man dagegen tun? Wie ist die Arbeitsatmosphäre allgemein, gibt es Streit oder gar Mobbing?
Viele Vorgesetzte kümmern sich nicht um solche Dinge. Steht dann eine Kündigung an, könnten Sie aber nun einmal überprüfen, ob Sie sich wirklich genug um reibungslose Arbeitsabläufe, um angemessene Kommunikation, um den Einsatz der richtigen Personen am richtigen Ort, um Fortbildungen und um eine gute Arbeitsatmosphäre gekümmert haben. Besser wäre natürlich, dies von Anfang an zu tun, bevor es überhaupt zur Kündigung kommt.

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Lassen Sie gekündigte Angestellte in der Kündigungsfrist nicht allein.

Unterstützen Sie gekündigte Angestellte während der ablaufenden Kündigungsfrist

Häufig werden Angestellte, denen gekündigt wurde, in der restlichen Arbeitszeit allein gelassen. Viele sitzen die Zeit nur noch ab, machen gerade das Nötigste. Dabei sind diese Wochen besonders wichtig: Denn in dieser Zeit müssen Projekte so abgeschlossen oder vorbereitet werden, dass jemand anders diese Arbeiten ohne Probleme übernehmen kann.
Unterstützen Sie die Gekündigten deshalb dabei, die ablaufende Kündigungsfrist noch einmal möglichst effizient zu nutzen. Gehen Sie gemeinsam durch, was abgeschlossen werden muss und auf welchem Stand welches Projekt ist, welche Aufgaben nach dem Ausscheiden der Person anstehen und in welchen Zeiträumen diese Aufgaben erledigt werden müssen. Laden Sie sich dazu gerne unsere Checkliste für ausscheidende Mitarbeiter herunter.

Helfen Sie den Gekündigten bei der Übergabe an die Nachfolge

Auch wenn das für die Gekündigten schmerzhaft sein kann, denn vielleicht wollten sie gar nicht gehen, ist es wichtig, dass alles an ihrem Arbeitsplatz gut für die Nachfolge vorbereitet ist. Wenn es für beide Seiten zumutbar ist, dann sollte der gekündigte Mitarbeiter seine Nachfolgerin einarbeiten. Ist dies aber aus menschlichen oder zeitlichen Gründen nicht möglich, sollte alles gut für die Übergabe geplant werden.
Arbeiten Sie dabei gemeinsam die wichtigsten Fragen ab:

  • Welche Dokumente befinden sich wo, sowohl analog als auch digital?
  • Wie werden Aufbewahrungsfristen analog und digital gehandhabt?
  • Welche Kommunikationswege gibt es für welche Arbeiten?
  • Wo sind die Geschäftskontakte untergebracht und nach welchen Kriterien sind sie geordnet?
  • Wo befinden sich Gebrauchsanleitungen?
  • Wie laufen Materialbestellungen ab?
  • Wie läuft der Kundenkontakt ab?

Besonders hilfreich erweist sich hierbei nicht nur ein aktuelles Sichtbuch, sondern auch ein Handbuch für die Nachfolge, das im Stil eines Einarbeitungsplans für neue Mitarbeiter gehalten werden kann.

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Bedenken Sie bei allem auch die menschliche Seite einer Kündigung

Bei aller Effizienz ist es wichtig, dass Sie die menschliche Seite einer Kündigung nicht außer acht lassen. Vielleicht hat Ihr Gegenüber tatsächlich drei Jahre lang nur seine Zeit abgesessen, aber vielleicht war dies auch jemand mit dem Wunsch, in Ihrem Unternehmen Karriere machen zu können. Vielleicht war die schlechte Zusammenarbeit nur Pech, vielleicht aber haben Sie schon bei der Einstellung und bei der Einarbeitung Fehler gemacht, die sich dann einfach weiter fortgesetzt haben. Vielleicht haben Sie nie auch nur danke gesagt für die Anstrengungen, oder bei Vorschlägen und Ideen einfach nur abgewunken.
Schaffen Sie keine verbrannte Erde, wenn Sie Mitarbeitern kündigen. Denn die Wahrscheinlichkeit, dass der Kündigungsgrund nicht ausschließlich auf Seiten der Mitarbeiter liegt, ist ziemlich groß. Bedenken Sie immer, dass die gekündigten Mitarbeiter nach dem Ausscheiden aus Ihrem Unternehmen vor allem sein eins werden: mögliche Multiplikatoren. Nun haben Sie es selbst in der Hand, ob die Mitarbeiter anschließend gut oder schlecht von Ihrem Unternehmen sprechen werden.

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Laden Sie sich hier unsere Checkliste für ausscheidende Mitarbeiter herunter.
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