Einmal digital entrümpeln, bitte!


Man merkt es entweder beim Speichern oder beim Öffnen von Programmen: Der Computer pfeift aus dem letzten Loch. Statt wenigen Momenten braucht die Datensicherung Minuten. Bis die Programme hochgefahren sind, reicht die Zeit, um die Bohnen für die nächste Tasse Kaffee von Hand zu mahlen. Die Laune rauscht in umgekehrt proportionalem Tempo in den Keller. Denn nichts nervt mehr, als machtlos der Kiste zuzuschauen, wie sie bei endlos sich drehendem Lade-Icon Minute um Minute frisst. Nur: das Problem ist selten der Computer – es sitzt in der Regel davor.

Kantine-Kaffee

Das Problem

Wir halten unseren Computer für eine Art unbegrenzten Raum und Dateien für gewichtslose Materie. Auf die Idee, dass jedes Programm (egal ob in Nutzung oder nicht) und jedes Dokument (egal ob auf der Festplatte oder im Mülleimer) Speicherplatz und Arbeitstempo frisst, kommen wir meistens gar nicht. Stattdessen horten wir auf unseren Computern über Jahre alles Mögliche und Unmögliche und wundern uns irgendwann, dass die Kiste schlapp und schlapper wird. Aber: Auch Windows und Co. wollen regelmäßig aufgeräumt werden. Wer Glück hat und per Leasing jedes Jahr ein neues Gerät hingestellt bekommt, kann sich davor vielleicht drücken. Für alle anderen haben wir hier ein paar Tipps, wie Windows und Co. in einfachen Schritten aufgeräumt werden können.

Die Lösung

Computer aufräumen klingt kompliziert und nach Insider-Wissen. Aber das ist gar nicht nötig. Sicher – um die letzten Ecken Ihres Computers zu säubern ist es sinnvoll, sich an jemanden zu wenden, der sich damit auskennt. Außerdem gibt es eine Unmenge an Tools und Anwendungen für verschiedenste Bedarfe, bei deren Zahl und Funktionen einem schwindelig wird. Aber es gibt tatsächlich schon ein paar einfache Tipps und Handgriffe, die einen Unterschied machen können.

Workflow

Tipp Nr. 1: Papierkorb regelmäßig leeren

Es klingt im ersten Moment lächerlich banal. Aber Sie glauben nicht, was für ein immenses Datenvolumen in den Papierkörben der Computer liegt und von dort aus wie Blei auf das Tempo des Rechners drückt. Oft sind es Gigabytes an Daten-Müll, der im Papierkorb teils über Jahre vor sich hin modert. Immer wieder stelle ich in meinem Berater-Alltag fest: Viele Menschen glauben, dass die Daten mit dem Verlagern in den Papierkorb automatisch vom Rechner verschwunden sind. Doch das ist ein Trugschluss. Ihr Hausmüll ist ja auch nicht entsorgt, indem Sie ihn einfach in die Mülltonne stecken. Erst wenn sie diese regelmäßig zum Leeren geben, haben Sie den Müll tatsächlich los. Nicht anders ist es beim Computer. Deshalb regelmäßig: Rechter Mausklick auf den Papierkorb und dann den Befehl „Papierkorb leeren“ anklicken.

Tipp Nr. 2: Entrümpelungs-Software nutzen

Verschiedene Tools und Programme helfen, um versteckten Müll und Altlasten auf dem Rechner zu entsorgen. Viele von ihnen sind kostenlos und leicht zu bedienen. Wir stellen Ihnen zwei vor:

Der „CCCleaner“:

Ein beliebtes Programm um Windows aufzuräumen und wieder flott zu machen ist der kostenlose „CCCleaner“. Die Software entfernt Datenmüll von der Festplatte und entrümpelt die Browser-Einträge. Das Programm mistet außerdem die Auto-Start-Funktion aus, die oft ein großer Bremsklotz ist und sie kann doppelte Dateien aufspüren.  Den „CCCleaner“ gibt es auf allen gängigen Computer-Plattformen zum Download. Das Programm samt Anleitung gibt es unter anderem hier.

Die Windows Datenträgerbereinigung

Dieses Tool ist standartmäßig bei Windows installiert. Es ist vor allem geeignet für eine kompakte Entrümpelung des Rechners. Wenn Ihr Computer mehrere Festplatten hat, können Sie beim Start auswählen, welches Laufwerk durchsucht werden soll. In der Regel ist die wichtigste Platte das Systemlaufwerk „C:“. Für fortgeschrittene „Entrümpler“ bietet das Tool außerdem die Möglichkeit, alte Systemdateien von Windows auszumisten und so einige Gigabytes Platz zu schaffen.

Computer

Tipp Nr. 3: Überflüssige Programme entfernen

Hand auf’s Herz: Wie viele Programme haben Sie auf Ihrem Computer installiert? Und wie viele davon nutzen Sie tatsächlich? Jedes überflüssige Programm drückt aufs Tempo. Misten Sie deshalb aus und entfernen Sie, was nicht mehr benötigt wird. Wichtig ist allerdings, dass Sie die Programme richtig entfernen.

So geht’s:

Wenn Sie Programme über die Setup-Funktion des Computers installiert haben, gibt es hier in der Regel auch eine „Uninstall“-Funktion. Diese rufen Sie über die Systemsteuerung und das Menü „Programme deinstallieren“ auf. Manchmal bleiben nach der Deinstallation von Programmen noch Reste zurück. Zum Beispiel Konfigurationsdateien, Registry-Einträge oder Verknüpfungen. Diese können Sie mit dem Iobit Uninstaller entfernen. Das Programm bietet verschiedene Auswahl-Kategorien für den Löschvorgang an. Auch Plug-ins, Browser-Toolbars oder vorinstallierte Windows-Apps lassen sich mit dieser Anwendung löschen.

Tipp Nr. 4: Große Dateien auslagern

Müssen Sie unbedingt die Videos der letzten fünf Weihnachtsfeiern auf Ihrer Festplatte lagern? Oder die Foto-Dokumentationen der letzten zwanzig Projekte? Sie können in Sachen Ordnung und Geschwindigkeit schon viel gewinnen, wenn Sie bei der Datenspeicherung künftig vorausschauend agieren. Ist es notwendig, dass bestimmte Dateien auf der internen Festplatte des Computers lagern? Werden sie so häufig genutzt, dass Sie immer Zugriff darauf haben müssen?

Wenn Sie diese Frage nicht in vollem Umfang mit „Ja“ beantworten können, ist es sinnvoll, solche Dateien auszulagern. Viele Probleme in Sachen Geschwindigkeit und Daten-Chaos haben ihre Ursache darin, dass Mitarbeiter ihre Festplatte auch als Langzeitarchiv nutzen. Aber das ist wenig sinnvoll. Legen Sie zum Beispiel ein Archiv auf einer externen Festplatte an. Oder nutzen Sie Cloud-Möglichkeiten, um Dateien auszulagern. Wenn Sie Dateien (z.B. Foto-Dokumentationen von Projekten) nur aus rechtlichen oder Sicherheitsgründen behalten, können Sie diese auf DVD brennen und zu den übrigen Projekt-Unterlagen legen. Auch Speicherkarten oder USB-Sticks sind gute Möglichkeiten, um Dateien auszulagern und zusammen mit weiteren Unterlagen aufzubewahren. Welche Form der Auslagerung Sie wählen, hängt davon ab, zu welchem Zweck Sie die Dateien später noch einmal nutzen möchten – und wie oft.

Arbeitsplatz

Was der Tipp bewirkt

Ihr Computer wird nach diesen Schritten nicht wie neu sein. Aber Sie können Windows mit diesen Tipps in einfachen Schritten aufräumen – und vermeiden, dass Ihr Computer in Zukunft allzu sehr vermüllt. Falls Sie der Ehrgeiz packt: Es gibt eine Unzahl an Tools und Anwendungen, mit denen Sie die letzten Ecken Ihres Computers auf Vordermann bringen können. Tipps dazu finden Sie in allen einschlägigen Fachmagazinen und Online-Portalen.

Und Sie?

Haben Sie schon eine Windows-Aufräumaktion hinter sich? Was sind Ihre Erfahrungen? Welche Tools und Schritte haben sich für Sie besonders bewährt? Schreiben Sie mir – auch wenn Sie ein paar kuriose Erlebnisse in Sachen Festplatten-Müll und Daten-Chaos haben. Ich freue mich über Ihre Geschichten.

Extra-Tipp

Eine beliebte Falle in Sachen Chaos ist übrigens der Desktop. Es ist immer wieder überraschend, wie viele Menschen diesen als Speicherplatz benutzen – statt auf der Festplatte eine solide Aufbewahrungsstruktur einzurichten. Das Ergebnis sieht meist ziemlich abenteuerlich aus: Der Desktop ist bis auf den letzten Pixel gefüllt mit Datei-Icons. Wer hier etwas finden will, braucht den Geist eines Dschungel-Forschers. In meinem Blog-Beitrag „Weniger Byte, mehr Zeit – so ordnen Sie Ihren Desktop“, verrate ich Ihnen, wie sie hier wieder Ordnung ins Chaos bringen können.

 

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