Hilft Unternehmen und Beschäftigten: Die Betriebssicherheitsverordnung


Fragen Sie sich auch manchmal, wozu all die Gesetze und Verordnungen rund u das Thema Arbeitssicherheit gut sind? Vieles sagt einem doch schon der „gesunde Menschenverstand“. Mit dieser Auffassung sind Sie nicht allein.

Ich vergleiche die gesetzlichen Bestimmungen gern mit einem Navigationssystem, das mir dabei hilft, alles Nötige und Mögliche für die Sicherheit meiner Mitarbeiter zu tun. Denn ich möchte sie bestmöglich vor Unfällen und arbeitsbedingten Erkrankungen schützen. Gesetze – wie zum Beispiel die Betriebssicherheitsverordnung – helfen mir wie eine Checkliste, dass ich dabei an alles denke und nichts übersehe.

Die Betriebssicherheitsverordnung ist ein Teil des Arbeitsschutzgesetzes. Was in ihr geregelt ist und wie sie auch Ihnen nützen kann, beschreibe ich Ihnen hier.

Betriebssicherheitsverordnung wird durch Sicherheitsstandards umgesetzt
Die Betriebssicherheitsverordnung wird durch Sicherheitsstandards im Unternehmen umgesetzt.

Inhalt

Namen sind nicht Schall und Rauch: Das enthält die Betriebssicherheitsverordnung

Arbeitsmittel – das sind nicht nur Maschinen

Geprüfte Sicherheit – das GS-Zeichen

Die Gefährdungsbeurteilung

Betriebssicherheitsverordnung im Büro – Umsicht und Ergonomie

Namen sind nicht Schall und Rauch: Das enthält die Betriebssicherheitsverordnung

Der ausführliche Name der Betriebssicherheitsverordnung lautet: Verordnung über Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Verwendung von Arbeitsmitteln. Daraus geht hervor, dass es hier um Arbeitsmittel geht, die bei der Arbeit eingesetzt werden, um den Schutz vor Unfällen und den Schutz der Gesundheit. Die Betriebssicherheitsverordnung ist eine von elf Verordnungen, die im Arbeitsschutzgesetz zusammengefasst sind.

Ich finde solche Gliederungen sehr sinnvoll; sie geben Unternehmern und anderen Verantwortlichen eine Orientierung in den breit gefächerten Aspekten des Arbeits- und Gesundheitsschutzes.

Betriebssicherheitsverordnung regelt auch Büromöbel Sicherheit
Auch die Sicherheit von Büromöbeln ist in der Betriebssicherheitsverordnung geregelt.

Die Betriebssicherheitsverordnung trat erstmals im Jahr 2002 in Kraft. 13 Jahre lang wurden Erfahrungen mit dem Gesetz gesammelt und ausgewertet, bis es eine Neufassung gab. Sie gilt seit 2015. Änderungen wurden im Jahr 2016 und 2017 wirksam. Die Verordnung ist kein Korsett, in das wir uns zwängen sollen, sondern eine Handreichung, die sich mit der Erfahrung der Anwender und mit technischen Fortschritt der Arbeitsmittel weiterentwickelt.

Arbeitsmittel – das sind nicht nur Maschinen

In der Betriebssicherheitsverordnung geht es darum, wie Arbeitsmittel sicher zu eingesetzt werden. Als Arbeitsmittel werden hier Werkzeuge, Geräte, Maschinen und Anlagen bezeichnet, die für die Arbeit verwendet werden und überwachungsbedürftige Anlagen. Eine überwachungsbedürftige Anlage ist zum Beispiel eine Aufzuganlage. Alle Arbeitsmittel  werden vor ihrem Einsatz im Zuge der Gefährdungsbeurteilung überprüft.

Nicht nur die Beschäftigten in der Produktion oder im Lager benötigen Arbeitsmittel, sondern auch Büroarbeiter: Ohne Schreibtisch, Computer und Büromaterial könnten wir unsere Arbeit nicht ausführen. Auch Kopierer und Schreibtischlampen sowie Leitern und Tritte zählen zu den Arbeitsmitteln. Alle Arbeitsmittel müssen Sicherheitsmaßstäbe erfüllen.

Geprüfte Sicherheit – das GS-Zeichen

Ein GS-Zeichen auf einem Arbeitsmittel zeigt an: Dieses Produkt erfüllt alle sicherheitsrelevanten Anforderungen, das hat der Hersteller freiwillig von einer zugelassenen Stelle überprüfen lassen. Welche Einrichtungen das GS-Zeichen vergeben dürfen, entscheiden die Zentralstellen der Länder  für Sicherheitstechnik.

Das GS-Zeichen finden wir an Büromöbeln, an elektrischen Geräten und natürlich auch an Maschinen.

Betriebssicherheitsverordnung durch One-Minute-Lessons
One-Minute-Lessons: Auch so wird die Betriebssicherheitsordnung umgesetzt.

Ebenfalls  bekannt ist das CE-Kennzeichen. Es wird nach europäischen Richtlinien vergeben. Ein Produkt, für das keine Richtlinie existiert, darf kein CE-Kennzeichen tragen.

Muss ein Arbeitsmittel mit Sicherheitszeichen nicht mehr überprüft werden? Doch, sagt die Betriebssicherheitsverordnung. In ihrer Neufassung von 2016 misst sie der Gefährdungsbeurteilung mehr Bedeutung als bisher zu.

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Die Gefährdungsbeurteilung

Zu den Pflichten des Arbeitgebers gehört es, eine Gefährdungsbeurteilung erstellen. Die neue Fassung der Betriebssicherheitsverordnung stellt diese Pflicht in den Vordergrund. Neu ist auch, dass hier erstmals ergonomische und psychische Belastungen erfasst werden. Dabei geht es nicht um die Belastbarkeit des Einzelnen, sondern um die Beschaffenheit der Arbeitsmittel und Arbeitsumstände.

Die Gefährdungsbeurteilung bezieht sich einerseits auf Anlagen und Arbeitsmittel, die neu angeschafft werden, andererseits auf Arbeitsmittel, die bereits genutzt werden. Dabei wird die Arbeitsumgebung mit einbezogen.

Ergibt die Gefährdungsbeurteilung, dass Gefährdungen oder Gefahren bestehen, werden Maßnahmen festgelegt, um diese zu vermeiden. Über diese Maßnahmen und ihre Wirksamkeit werden detaillierte Aufzeichnungen angefertigt.

Erfasst werden:

  • Maschinen und Anlagen
  • Betriebsanleitungen und Wartungspläne
  • Prüfungen
  • Verantwortliche

Die Gefährdungsbeurteilung wird schon seit dem Jahr 2002 durchgeführt. Neu hinzugekommen ist seit 2015, dass konkrete Handlungsanweisungen nicht mehr bestehen. Auch allgemeine gesetzlich festgelegte Fristen zur Prüfung von Arbeitsmitteln gibt es seit 2015 nicht mehr. Stattdessen sind Unternehmer gehalten, ein umfassendes Schutzkonzept zu erstellen, das alle Gefährdungen erfasst, die von Arbeitsmitteln ausgehen können.

Diese Neuerung kann ich gut nachvollziehen, denn in jedem Wirtschaftszweig sind unterschiedliche Bedingungen vorhanden.

Betriebssicherheitsverordnung im Büro – Umsicht und Ergonomie

In Büros ist die Unfallgefahr geringer als in Produktionshallen oder auf Baustellen; doch ganz ungefährlich leben auch Büroarbeiter nicht.

Zum Einhalten der Betriebssicherheitsverordnung im Büro gehört auch, dass Büroarbeiter ergonomisch geeignete Stühle und Tische nutzen. So werden Fehlhaltungen und daraus entstehende Rückenleiden vermieden. Manchmal ist es schon eine Kleinigkeit, die zu einer besseren Körperhaltung und besserer Konzentration führt: Ein Ballkissen für dynamisches Sitzen, eine zusätzliche Lampe für besseres Sehen oder Kopfhörer, um sich von zeitweisen Geräuschkulissen abzuschirmen.

Tipp: Lesen Sie dazu auch meinen Beitrag Ergonomie am Arbeitsplatz.

Wenn der Kopierer zu laut ist, muss nicht gleich ein neuer angeschafft werden; schon ein Standortwechsel sorgt für mehr Ruhe. Anders sieht es bei einem Monitor mit schlechter Auflösung aus; hier hilft nur eine Neuanschaffung nach aktuellen technischen Standards.

Mir sind solche Maßnahmen in Fleisch und Blut übergegangen, denn die Sicherheit und Gesundheit meiner Mitarbeiter liegt mir am Herzen. Die Betriebssicherheitsverordnung ist eine Unterstützung, die der Gesetzgeber uns Unternehmern an die Hand gibt.

Und Sie?

Welche nützliche Hinweise haben Sie aus der Betriebssicherheitsverordnung entnommen? Schreiben Sie mir oder hinterlassen Sie einen Kommentar unter diesem Artikel, ich freue mich darauf!

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