Huch, vergessen! Das Wichtigste, das im Berufsalltag aus dem Blickfeld gerät, und wie Sie es wieder in den Fokus rücken



Der Berufsalltag hat die meisten Unternehmen fest im Griff. Man kommt an, arbeitet die Tagesaufgaben ab, geht nach Hause und am nächsten Tag geht's weiter wie zuvor.

Was viele Unternehmen dabei aus dem Blick verlieren, sind die eigentlichen Unternehmensziele. „Wo wollten wir eigentlich mal hin“, fragen sich viele irgendwann verwundert. Sind wir vom Weg abgekommen? Warum? Und wie könnten wir den Weg zum Ziel wieder einschlagen und optimal gestalten?

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Der Berufsalltag hat alle fest im Griff. Für die Unternehmensziele bleibt da wenig Zeit.

Was ist das Problem

Wenn Unternehmen einen gewissen Status erreicht haben, sich am Markt behauptet und eine Stammkundschaft aufgebaut haben, dann erreichen viele einen gewissen Sättigungsgrad. Sicher, an der Spitze werden sich Gedanken um die Zukunftsfähigkeit der Firma gemacht. Aber selten gehen sie über ein Mindestmaß hinaus. So bleibt die Zukunft an einem Markt, der nicht zimperlich ist, für viele auf Dauer ungewiss.

Manche erinnern sich alle paar Jahre mal daran, dass sie da noch was machen müssten, weil sie gerade einen Artikel über den neusten Trend in Sachen Zielsetzung oder Zukunftsfähigkeit gelesen haben. Dann wird die betreffende Methode kurzerhand im Unternehmen umgesetzt, ohne darauf zu achten, welches Potenzial vorhanden ist, welche Lücken es gibt und ob diese Methoden tatsächlich für genau dieses Unternehmen einen Sinn ergeben. Denn längst nicht alles, was aus internationalen Märkten an Ideen und Methoden zu uns herüberschwappt, lässt sich nachhaltig und praxisnah hier und in jedem Unternehmen umsetzen.

Dann werden die Angestellten unzufrieden mit „dem Unsinn von da oben“, und nach und nach geht es wieder zurück zu alten Fahrwassern. Bis ein paar Jahre später ein neuer Trend versucht wird umzusetzen.

Ich halte das für einen Fehler, denn zum einen sind das keine nachhaltigen Zielsetzungen, zum anderen sollten kluge Unternehmerinnen und Unternehmer viel stärker aus dem Besten schöpfen, das sie haben: ihren Angestellten.

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Blickwechsel – ab und zu muss auch ich mal mein Unternehmen und unsere Ziele aus einem ganz anderen Blickwinkel betrachten und überprüfen.

So funktioniert es

Auch wenn der Berufsalltag fordernd ist, finde ich es wichtig, immer wieder mal auf die sogenannte „Meta-Ebene“ zu klettern, mit einem gewissen Abstand mein Unternehmen zu betrachten und bisherige Zielsetzungen auf ihre Alltags- und Zukunftstauglichkeit zu überprüfen. Denn bloß, weil wir uns einmal ein Unternehmensziel gesetzt haben, heißt das natürlich nicht, dass das immer noch zeitgemäß und passend für das Unternehmen ist. Geschweige denn nachhaltig.

In einem ersten Schritt können Sie sich hier schon einmal eine Checkliste für das Gesamtunternehmen herunterladen. Anhand dieser Checkliste können Sie die Unternehmensprozesse systematisch hinterfragen und Potenziale zur Verbesserung aufdecken.

Wie gehen wir bei Tempus vor – und wie rate ich es auch Unternehmen, die mich konsultieren?

1. Tipp: Feste Zeiten für die Meta-Ebene einplanen

Wenn Ihr Berufsalltag sehr fordernd ist und Sie in den letzten Jahren kaum einmal hat durchschnaufen lassen, dann sollten Sie sich ein paar Termine fest in Ihren Kalender eintragen, die unumstößlich sind: Termine zur Überprüfung Ihrer Unternehmensziele.

Vielleicht denken Sie häufig daran: „Ach, stimmt ja, das wollte ich schon so lange endlich mal machen!“ Doch bei vielen folgt unweigerlich ein Aber: „Mir fehlt gerade die Zeit für so etwas.“

Drei Profi-Tipps, wie Sie mit das Wichtigste in Ihrem Unternehmen wieder in den Fokus rücken können: die Unternehmensziele. #BueroKaizen Klick um zu Tweeten

Diese Zeit sollten Sie sich jedoch unbedingt regelmäßig nehmen, um Stagnation im Unternehmen und Fehler und Unzufriedenheit bei Ihnen selbst und bei den Angestellten zu vermeiden. Denn wie sagte Mark Twain einmal so treffend: „Als wir unser Ziel aus den Augen verloren hatten, verdoppelten wir unsere Anstrengungen.“ Oder anders gesagt: ohne Ziel nehmen die Umwege zu.

Tragen Sie sich also diese festen Termine so häufig wie nötig ein und verschieben Sie sie nicht jedesmal.

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Ziele sollten Sie auch gemeinsam mit Ihren Angestellten erarbeiten, denn die kennen ihren Berufsalltag am besten.

2. Tipp: Mit Mitarbeiter_innen gemeinsam daran arbeiten

Niemand kennt die einzelnen Abteilungen und Arbeitsabläufe Ihres Unternehmens so gut wie Ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Niemand weiß besser, an welchen Stellen ein Arbeitsplatz mit seinen Abläufen optimiert werden könnte und müsste.

Erarbeiten Sie die Unternehmensziele deshalb nicht allein. Setzen Sie sich mit Ihren Angestellten (und nicht nur deren Abteilungsleitung) zusammen und besprechen Sie, wie Prozesse optimiert und zukunftsfähig gemacht werden können. Alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sollten ihre eigenen Prozesse und Ziele nach Möglichkeit ebenfalls regelmäßig überprüfen. Läuft irgendetwas nicht rund, haben sie Fragen oder Bedenken, sollte in Ihrem Unternehmen immer dafür Gesprächszeit sein.

Beim Erarbeiten dieser Ziele ist es wichtig, dass sie realistisch und umsetzbar sind. Denn sonst steigen Druck und Unzufriedenheit in der Belegschaft. Es ist oft ein schmaler Grat zwischen positivem Ansporn und zu starkem Druck. Achten Sie darauf, die Balance gut hinzubekommen und seien Sie offen und gesprächsbereit für Ihre Angestellten.

3. Tipp: SMART-Ziele

Eine Methode, die nach meiner Erfahrung beim Überarbeiten der Unternehmensziele besonders gut funktioniert, ist die SMART-Methode. Die Buchstaben SMART stehen dabei für:

S – spezifisch
M – messbar
A – angemessen und attraktiv
R – realistisch
T – terminiert.

„Wir wollen wachsen“ ist kein sinnvolles Unternehmensziel, denn es erfüllt keine dieser Kriterien, sondern bleibt im Reich des Wunschdenkens verhaftet. Im Berufsalltag lassen sich nur solche Ziele umsetzen, die spezifisch formuliert wurden, deren Fortschritte messbar sind, die für alle Beteiligten angemessen und attraktiv sind (siehe auch Tipp 2), die sich in einem realistischen Rahmen bewegen und deren Umsetzung terminlich festgelegt wurde (weswegen auch Tipp 1 wiederum wichtig ist).

Ausführlicheres zur SMART-Methode finden Sie in meinem Artikel „The winner takes it all – Erfolgreiche Sieger setzen sich SMART-Ziele.

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Erarbeiten Sie gemeinsam Ziele im Berufsalltag und feiern Sie die Erfolge ebenfalls gemeinsam.

Darauf kommt es an

Die SMART-Methode benennt es eigentlich schon: Wichtig ist, die Unternehmensziele genau zu formulieren, und so, dass sie auch wirklich allen verständlich sind.

Das heißt nicht nur, dass Sie eine Anweisung geben und einen Stichtag für die Umsetzung im Berufsalltag nennen, sondern auch, dass Sie Sinn und Nutzen dieser Umsetzung deutlich machen und das Ganze in verständlicher Sprache formulieren. Sprechen Sie die Sprache derer, die Ihre Ziele umsetzen sollen.

Was der Tipp bewirkt

Regelmäßig zu festen Terminen die Unternehmensziele zu überprüfen und gemeinsam mit den Angestellten anzupassen, erspart Ihnen im Zweifel sehr viel Geld. Denn so können Sie Fehlinvestitionen vermeiden, Lücken rechtzeitig füllen und die Zufriedenheit Ihrer Angstellten erhöhen, was wiederum deren Leistungsfähigkeit und Effektivität positiv beeinflusst.

Extra-Tipp

Befragen Sie auch Geschäftspartner und Kunden, um auch deren Sicht und Wünsche in Ihre Unternehmensziele einzuplanen. Diese Sicht von außen ist besonders wertvoll, denn sie kann sich deutlich von Ihrer Sicht und der Ihrer Angestellten unterscheiden. Dies ist insbesondere dann der Fall, wenn Angestellte sich nicht trauen, Fehler oder Schwächen zuzugeben, selbst wenn diese gar nicht an ihnen selbst liegen (siehe dazu auch meinen Artikel „Damit der Choleriker nichts mehr zum Ausflippen hat: 3 Tipps inklusive Bonustipp für eine angstfreie Fehlerkultur“.)

Und Sie?

Die Erarbeitung von Unternehmenszielen ist nichts, was man im Berufsalltag mal so nebenbei machen kann und sollte. Wenn Sie mehr über die Arbeit mit Unternehmenszielen erfahren wollen, schauen Sie sich an, wie ich vorgehe. Wenn Sie Unterstützung benötigen, beraten wir Sie auch – sprechen Sie uns gerne an!



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