Das Belastungs-Beanspruchungs-Modell: Alles am Arbeitsplatz beeinflusst Sie!



Wir sind belastet, beansprucht und manchmal auch überfordert. Was im alltäglichen Sprachgebrauch oft völlig synonym verwendet wird, ist es streng genommen gar nicht. Das wissenschaftliche Belastungs-Beanspruchungs-Modell sensibilisiert für die Feinheiten und wird Ihre Einstellung zur Arbeit nachhaltig verändern. Mehr im folgenden Artikel.

Was ist das Problem

Belastungen und Beanspruchungen sind nicht identisch, werden aber meist so angesehen. Das Belastungs-Beanspruchungs-Modell weist hier auf den wichtigen Unterschied hin, denn als Belas-tungen werden alle von außen kommenden Einflüsse bezeichnet, beispielsweise der Verantwortungsbereich oder die Gestaltung des Arbeitsplatzes. Unter Beanspruchung hingegen versteht das Belastungs-Beanspruchungs-Modell die daraus resultierenden Folgen wie Ermüdung, Stress oder ein Ausgebranntsein, aber auch positive Dinge wie Zufriedenheit und Weiterentwicklung. Um eine positive Beanspruchung zu erreichen, müssen Sie Ihre Belastungen optimieren. Drei Dinge sind hier besonders wichtig.

So oder so? Das Belastungs-Beanspruchungs-Modell hilft dabei, Missstände aufzudecken.
So oder so? Das Belastungs-Beanspruchungs-Modell hilft dabei, Missstände aufzudecken.

Tipp 1: Belastung durch äußere Umstände

Im Belastungs-Beanspruchungs-Modell sind die äußeren Umstände alles, was Sie an Ihrem Arbeitsplatz umgibt z. B. Ihr Schreibtisch oder das Aktenregal, der Eingangsbereich des Unterneh-mens oder die technische Ausstattung, aber auch der Ablauf einer Besprechung. Dabei können Belastungen sowohl positiv als auch negativ sein, was im umgangssprachlichen Wortgebrauch nicht ganz klar wird. Wenn wir das Modell auf die Praxis übertragen, wirkt ein freier Schreibtisch also konzentrationsfördernd und weniger ablenkend, während ein voller und chaotischer Arbeits-platz konzentrationshemmend und ablenkend ist. Genau hier können Sie nun ansetzen. Optimieren Sie die äußeren Umstände, um aus den Belastungen im Sinne des Belastungs-Beanspruchungs-Modells ausschließlich positive Folgen (Beanspruchungen im Sinne des Belastungs-Beanspruchungs-Modells) zu gewinnen. Warum gerade der freie Schreibtisch hierbei so wichtig ist, erzähle ich Ihnen im folgenden Video.

Hier geht's zum Video.

Ganz konkret können Sie viel tun, um äußere Bedingungen zu verbessern. Alleine der Bereich E-Mails bietet hier enormes Potenzial. Wie Sie Ihren Umgang mit Mails ändern und die Einstellungen in Outlook optimal anpassen können, erfahren Sie in meinem Kurs „Endlich frei!“, für den Sie sich jederzeit hier anmelden können.

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Tipp 2: Achtsamkeit lernen

Ein aufgeräumter Arbeitsplatz ist das Fundament, um negative Belastungen zu minimieren. Aber auch die innere Einstellung ist wichtig. Denn das Belastungs-Beanspruchungs-Modell stellt faktisch richtig fest, dass nicht jeder Mensch gleich auf äußere Einflüsse reagiert. Manche scheinen sich schneller aus der Ruhe bringen zu lassen als andere, der eine ist sensibler als der andere usw. Um mit einem positiven Gefühl arbeiten zu können, ist ein achtsamer Umgang mit sich selbst und den Mitmenschen wichtig. Dazu gehört zum Beispiel auch, feste Pausen einzuhalten und sich wichtige Auszeiten zu gönnen. Denn wenn die Abfolge diese ist: „Hohe Belastung –> negative Beanspruchungen“ reagieren die meisten Menschen mit Stress und reduzieren ihre Pausen. Sinnvoller wäre es aber Schritt 1, die Grundordnung, herzustellen und sich dann konsequent auch Auszeiten zu genehmigen. Denn nicht der Verzicht auf die Pause reduziert die negativen Beanspruchungen, sondern die Grundordnung tut es. Warum die Pause als Auszeit so wichtig ist, können Sie ergänzend in diesem Artikel hier im Blog nachlesen.

Belastungs-Beanspruchungs-Modell: Bewegung in der Pause sorgt für einen wichtigen Ausgleich.
Belastungs-Beanspruchungs-Modell: Bewegung in der Pause sorgt für einen wichtigen Ausgleich.

Tipp 3: Einschreiten, wenn Beanspruchungen überfordern

Wenn Sie eine Grundordnung und eine gesunde innere Einstellung haben, werden die meisten Beanspruchungen des Belastungs-Beanspruchungs-Modells positiv sein. Doch auch negative Begleiterscheinungen wie Hektik oder fehlende Arbeitsmotivation können immer wieder auftreten. Wichtig ist dann, dass Sie eingreifen und sich nicht in eine negative Beanspruchungsspirale begeben. Sprechen Sie mit Kollegen und Vorgesetzten über Missstände, die falsch belasten und damit auch negativ beanspruchen, und finden Sie gemeinsam eine Lösung. Sinnvoll ist es auch, solche Faktoren zu sammeln und ggf. in die interne Gefährdungsbeurteilung der psychischen Belastung zu integrieren. Hier stehen alle Risikofaktoren, die auf Dauer zu Überforderung, Stress, Burnout und Co. führen können. Wenn solche Risikofaktoren bekannt sind, finden Sie wesentlich einfacher Wege, diese zu beseitigen. Was gerade Chefs zu diesem Thema wissen sollten, können Sie in meinem Artikel zur psychischen Gefährdungsbeurteilung nachlesen.

Sprechen Sie über Missstände, um die negativen Beanspruchungen gemäß Belastungs-Beanspruchungs-Modells zu reduzieren.
Sprechen Sie über Missstände, um die negativen Beanspruchungen gemäß Belastungs-Beanspruchungs-Modells zu reduzieren.

Darauf kommt es an

Das Modell alleine hilft nichts, Sie müssen selbst aktiv werden. Proaktiv im besten Falle, also vorausplanend! Suchen Sie aktiv nach Verbesserungsmöglichkeiten, bleiben Sie wachsam und achtsam und halten Sie an der einmal geschaffenen Grundordnung fest.

Was der Tipp bewirkt

Das Belastungs-Beanspruchungs-Modell weitet den Blick für den feinen Unterschied zwischen Belastung und Beanspruchung und hilft Ihnen dabei, proaktiv Lösungen für stressfreie und effiziente Arbeitsmethoden zu finden.

Proaktiv dank Belastungs-Beanspruchungs-Modell.
Proaktiv dank Belastungs-Beanspruchungs-Modell.

Und Sie?

Sind Sie noch weit von der wichtigen Grundordnung entfernt? Genau genommen sind es maximal sieben Schritte. In meinem 7-Schritte-Programm zeige ich Ihnen, was Sie tun können, um Belastungen zu optimieren und negative Folgen zu minimieren. Hier geht es direkt zum Programm.

Weiterführende Informationen:



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