Bunte Kabelbinder und mehr: So sorgen Sie für Arbeitssicherheit



Hätten Sie gedacht, dass sich ein großer Teil von Arbeitsunfällen im Büro ereignet? Die statistischen Angaben dazu schwanken, doch jeder Unfall ist einer zu viel. Und er zeigt: Wir können immer noch mehr tun, um die Arbeitssicherheit zu verbessern.

Kabelsalat – nicht zu unterschätzen

Am besten ist es, der „Kabelsalat“ verschwindet ganz aus Ihrem Büro. Er ist nämlich eine Unfallquelle, die nicht zu unterschätzen ist. Das kann alles passieren:

  • Jemand stolpert über die Kabel
  • Um ein Kabel auszuwechseln, müssen Sie weit unter den Schreibtisch kriechen, dabei können Sie sich verletzen.
  • Defekte Kabel werden übersehen und können in Brand geraten.
Arbeitssicherheit durch Verwendung bunter kabelbinder
Kabel: Gut beschriftet für mehr Arbeitssicherheit.

So erreichen Sie mehr Arbeitssicherheit:

  • Kabel an beiden Seiten beschriften.
    Wirkung: So sehen Sie auf einen Blick, welcher Stecker oder welcher Adapter zu welchem Gerät gehört.
  • Kabel mit farbigen Kabelbindern fixieren.
    Wirkung: Überflüssige Kabellängen sind separiert und zusammengefasst – es gibt keine Schlingen und Knoten. Außerdem sind damit Stolperfallen beseitigt.

Mehr Tipps gegen Kabelsalat lesen Sie in meinem Beitrag Stolperfallen ade.

Steckdosenleisten – 7 Tipps für mehr Arbeitssicherheit

Computer, Telefone, Kopierer, Handy-Ladekabel – haben Sie mehr elektrische Geräte in Gebrauch, als Wandsteckdosen vorhanden sind? Dann befinden Sie sich in guter Gesellschaft, denn diese Situation ist in vielen Büros zu finden.

Steckdosenleisten, auch Mehrfachsteckdose genannt, schaffen Abhilfe. Mit wenig Aufwand erweitern sie die Anzahl der Steckplätze. Doch die praktischen Helfer können zum Brandherd werden, wenn sie überlastet, defekt oder falsch platziert sind. Für optimale Arbeitssicherheit bei Steckdosenleisten nützen Ihnen deshalb die folgenden Tipps:

1. Klug gekauft:
Entscheiden Sie sich für ein Markengerät, das folgende Kennzeichnungen enthält:

  • CE-Zeichen
  • GS-Zeichen
  • Angaben zum Hersteller
  • Prüfsiegel eines anerkannten Instituts, zum Beispiel VDE (Verband der Elektronik).
  • Maximale Belastung in Watt, meist 3500 W

Um die maximale Belastungsgrenze nicht zu überschreiten, müssen Sie den Energieverbrauch der einzelnen Geräte kennen. Hier eine grobe Orientierung:

  • Laptop: 40 bis 70 Watt
  • Computer: etwa 400 Watt
  • Wasserkocher: 2.200 Watt
  • Kaffeemaschine 1.450 Watt

Der genaue Wert richtet sich nach der Ausstattung des jeweiligen Gerätes.

2. Achtung:
Schalten Sie nicht mehrere Steckdosenleisten hintereinander, denn damit wird die maximale Belastung jeder einzelnen schnell überschritten.

3. Praktisch:
Ein Überspannungsschutz verhindert, dass Ihre Geräte zum Beispiel durch Blitzschlag beschädigt werden. Auch wenn viele Geräte schon einen eigenen Überspannungsschutz haben, empfiehlt sich eine Steckdosenleiste mit entsprechender Ausrüstung.

4. Mal abschalten:
Ein Schalter in der Steckdosenleiste unterbricht den Stromfluss vollständig und trägt damit ebenfalls zur Arbeitssicherheit bei.

5. Platz da:
Platzieren Sie die Steckdosenleiste frei zugänglich, so dass Brandgefahr durch Wärmestau vermieden wird.

Arbeitssicherheit durch umsichtig platzierte Steckdosenleiste
Eine umsichtig platzierte Steckdosenleiste gehört zu Arbeitssicherheit.

6. Bitte recht trocken:
Beachten Sie auch, dass die meisten Steckdosenleisten nicht für den Betrieb in Feuchträumen wie Bad und Küche geeignet sind.

7. Der Zahn der Zeit:
Überprüfen Sie regelmäßig, ob die Steckdosenleisten noch in Ordnung sind. Beziehen Sie auch das Kabel mit ein.

Tipp: Legen Sie eine Checkliste für den Umgang mit Kabeln und Steckdosenleisten an. Als Anregung können Sie meine kostenlose Checklisten-Sammlung im Downloadcenter nutzen.

Extratipp: Bestimmen Sie einen Termin für eine regelmäßige Überprüfung der Sicherheit. Tipps für eine effiziente Terminplanung finden Sie in meinem Beitrag Wer hat an der Uhr gedreht.

Kommt es doch zu einem Brand, muss alles ganz schnell gehen:

Feuerlöscher – Gut platziert und gut gepflegt

Zum Brandschutz gehört eine bestimmte Anzahl Feuerlöscher, die frei zugänglich angebracht sind.
Wie viele Feuerlöscher Sie vorhalten müssen, richtet sich nach der Nutzung der Räume, nach der Anzahl der Personen in den Räumen und nach der bestehenden Brandgefährdung.

Sie können hier die Berufsgenossenschaftliche Regel 133 „Ausrüstung von Arbeitsstätten mit Feuerlöschern“ hinzuziehen und die Anzahl der erforderlichen Feuerlöscher selbst berechnen.
Der Kennzeichnung auf dem Feuerlöscher ist zu entnehmen, wann die Prüffrist abgelaufen ist.

Tipp: Grundsätzlich muss in jeder Etage mindestens ein Feuerlöscher vorhanden sein.

Arbeitssicherheit durch Zugänglichkeit von Sicherheitsmitteln
Feuerlöscher gehören zur Arbeitssicherheit und sollten frei zugänglich sein.

Die Stellen, an denen die Feuerlöscher platziert sind, werden im Flucht- und Rettungsplan festgehalten. Er wird nach einheitlichen Vorschriften angefertigt.

Wo geht’s hier nach draußen? Der Flucht- und Rettungsplan für
Arbeitssicherheit

Fluchttüren und Fluchtwege müssen frei zugänglich sein. Entsprechende Schilder erleichtern die schnelle Orientierung. Ein Fluchtplan zeigt an, wo im Notfall die nächsten Fluchtmöglichkeiten sind. Was er enthalten soll und wo er platziert wird, regelt die ISO 23601 2009. Hier die wichtigsten Punkte:

Der Plan enthält so wenig Worte wie möglich, so ist er international verständlich.
Er zeigt einen übersichtlichen Grundriss der Räumlichkeiten. Darin sind die Flucht- und Rettungswege sowie die Notausgänge gekennzeichnet.

Auch die Platzierung von Rettungsausrüstungen, Notfalltelefonen und Brandmeldern kann hier schnell abgelesen werden. Außerdem, wie oben erwähnt, die Plätze, an denen sich Feuerlöscher befinden.
Die Flucht- und Rettungspläne werden an gut zugänglichen Stellen in Sichthöhe platziert, zum Beispiel in:

  • Eingangsbereichen
  • Fluren
  • Treppenhäusern

Die Flucht- und Rettungspläne werden mindestens alle zwei Jahre auf Lesbarkeit und Aktualität überprüft. Natürlich müssen die gekennzeichneten Fluchtwege frei zugänglich sein. In der Praxis sieht das leider manchmal anders aus.

Freier Zugang zu Fluchtwegen

Kennen Sie das: Neue Büromöbel werden geliefert, doch der Platz im Büro ist noch nicht vollständig freigeräumt. Wohin mit den neuen Möbeln?

Oder: Ein Kopierer wird zur Reparatur abgeholt und soll schon im Flur bereitgestellt werden. Schnell werden auf diese Art Fluchtwege zugestellt, denn „es ist ja nicht für lange“. Zum Glück passiert meistens nichts; der Gegenstand wird entfernt, der Fluchtweg ist wieder frei.

Arbeitssicherheit durch freie Fluchtwege gewährleisten
Arbeitssicherheit: Der Kopierer versperrt keine Fluchtwege.

Doch was, wenn der Fluchtweg benötigt wird und nicht zugänglich ist? Das wollen wir uns lieber gar nicht erst ausmalen, sondern lieber die Bestimmungen zur Arbeitssicherheit einhalten. Konkret sind das hier die Arbeitsstättenrichtlinie AST A2.3., Abschnitt 4, Absatz 2. und die Bauordnung des jeweiligen Bundeslandes.

Wenn Sie bereits mit den Methoden von Büro Kaizen arbeiten, haben Sie auch für das Abstellen nicht mehr benötigter Büromöbel eine Fläche eingeplant, die keinen Fluchtweg versperrt.

Hier habe ich nur ausgewählte Punkte angesprochen, die der Arbeitssicherheit dienen. In Büroräumen und Teeküchen, in Treppenhäusern und auf Fluren gibt es noch mehr zu beachten. Im nächsten Beitrag geht es um Sicherheit am Arbeitsplatz.

Und Sie?

Was tun Sie für optimale Arbeitssicherheit in Ihrem Unternehmen? Schreiben Sie mir Ihre besten Tipps, ich freue mich darauf.



Auf der Suche nach mehr Tipps zum Themenschwerpunkt: Arbeitsplatz? Wir haben die wichtigsten Erfolgsstrategien zum Thema “persönlicher Arbeitsplatz” aufbereitet. Das sollten Sie sich nicht entgehen lassen!


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