Arbeiten im Homeoffice – 5 Tipps, um von der Corona-Krise zu profitieren

17. April 2020

In der Corona-Pandemie lehren uns die Chinesen zwei Dinge. Erstens, Krise und Chance sind im Grunde eins – für beide Begriffe benutzen sie dasselbe Schriftzeichen. Und zweitens haben sie uns vorgemacht, dass die Krise durch den solidarischen Rückzug in die Vereinzelung innerhalb von wenigen Wochen zu meistern ist. Arbeiten im Homeoffice ist nun auch für das Gros der deutschen Arbeitnehmer die Devise, was dank Internet auch schnell umzusetzen ist. Ohne die Quarantäne mit ihren strikten Regelungen wäre diese Alternative zum Büroalltag jedoch nicht so flächendeckend möglich gewesen. Denn in Sachen Heimarbeit hinken die Deutschen seit Jahren einem weltweiten Trend hinterher.

Was ist das Problem?

Im Jahre 2019 zeigte ein Kurzbericht des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), dass etwa ein Viertel aller Betriebe hierzulande ihren Beschäftigten anbietet, von zu Hause oder von unterwegs zu arbeiten. Zwölf Prozent der Angestellten nehmen dieses Angebot wahr – das sind rund hunderttausend Menschen. Eine Minderheit also. In Amerika sind es doppelt so viele: Da nutzt jeder Fünfte das Modell des heimischen Arbeitsplatzes. Obgleich das mobile Arbeiten einige Vorteile bietet wie mehr Freiheit und Flexibilität, Vereinbarkeit von Beruf und Familie sowie Fahrzeitersparnis, scheinen die Deutschen das traditionelle und analoge Arbeiten im Verbund mit Kollegen – noch – zu bevorzugen. Das könnte sich von jetzt an durch die Corona-Krise ändern: Viele lernen nun, wie flexibles Arbeiten in den eigenen vier Wänden geht. Wir von tempus setzen das Büro der Zukunft schon länger um, indem wir sagen: das Büro ist dort, wo wir sind. Ich zeige Ihnen mit meinen 5 Tipps gerne, wie so etwas effektiv geht und wie Sie persönlich und für Ihren Job davon profitieren.

Ob drinnen oder bei Wärme draußen: beim Arbeiten im Homeoffice suchen Sie sich selber Ihren Lieblingsplatz

Tipp 1: Experimentieren Sie!

Ein eigenes Arbeitszimmer zu haben ist ideal – einfach Tür zu und jede Art von Ablenkung bleibt draußen. Für den Rest der Familie ist die verschlossene Tür ebenfalls ein Zeichen, dass Sie eine Weile ungestört bleiben wollen. Aber einen solchen separaten Bereich hat nicht jeder. Wenn Sie fürs Homeoffice irgendwo in Ihrem Heim erst eine Arbeitsecke schaffen müssen, dann probieren Sie aus, wo Sie sich am wohlsten fühlen und gut konzentrieren können. Ob im Wohnzimmer oder in einer Nische des Schlafzimmers, ob direkt am Fenster oder lieber ohne Ausblick. Mein Rat: Experimentieren Sie. Gut ist, was Ihnen gut tut.

Tipp 2: Richten Sie sich auf Arbeit ein – mit ergonomischen Möbeln

Ob als temporäre Lösung oder als Einrichtung für immer: Sparen Sie nicht bei der Anschaffung der richtigen Office-Ausstattung. Investieren Sie in einen ergonomisch ausgestatteten Arbeitsplatz mit einem höhenverstellbaren Schreibtisch sowie in einen passenden Bürostuhl, der bequem ist und in der Sitzhöhe Ihrer Körpergröße angepasst werden kann. Die gute Qualität wird sich mehrfach auszahlen: Durch weniger Rückenschmerzen, mehr Zufriedenheit und somit bessere Arbeit.
Wie Sie für Ihr Arbeitsumfeld eine gute Atmosphäre schaffen, erkläre ich Ihnen in diesem Blogbeitrag.

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Tipp 3: Auch im Home-Office gilt das Kaizen-Prinzip

Egal, wie es drumherum in der Wohnung aussieht – ob der Esstisch noch nicht abgedeckt ist oder die Kinder mit dem Dreirad durch den Flur sausen… In Ihrem ganz eigenen Arbeitsbereich hat Ordnung Priorität. Gemäß dem Kaizen-Prinzip „Alles hat einen Platz, alles hat seinen Platz.“ Was bedeutet: Auf Ihrem Schreibtisch sollte sich außer dem Computer und der Posteingangsschale nichts befinden. Da Sie zu Hause womöglich keinen Platz für zusätzliche Schränke und Regale haben, können Büroartikel und Dokumente in einem Rollcontainer verschwinden, der sich unter den Schreibtisch schieben lässt. Wenn Sie von nun an auch in Ihrem privaten Umfeld Ordnung halten wollen, dann schauen Sie hier vorbei.

Extra-Tipp:

Die Regelungen für Ihre Posteingangsschale übertragen Sie am besten auch auf Ihren elektronischen Posteingang. Reservieren Sie sich zwei oder drei Mal pro Tag etwas Zeit, um Ihre E-Mails blockweise zu verarbeiten. Gehen Sie dabei schrittweise vor.

  • Löschen Sie die E-Mails sofort, die nicht bearbeitet oder aufbewahrt werden müssen
  • Weiterleiten gilt für jene Nachrichten, für die Sie nicht zuständig sind
  • Archivieren Sie solche Emails, die zwar wichtige Informationen enthalten, aber keine konkrete Aufgabe
  • Erledigen Sie sofort, was keinen Aufschub erlaubt, also Emails mit einem Termin oder mindestens einer konkreten Aufgabe. Danach archivieren Sie die E-Mail.
  • Terminieren Sie einen bestimmten Zeitpunkt, der in der E-Mail angegeben ist, per Outlook- Kalender. Erfahren Sie hier, wie Sie Outlook mit zwei oder mehr unterschiedlichen Kalendern nutzen können.

Tipp 4: Ver-Netz-en Sie sich mit Vorgesetzten und Kollegen

Wenn alle Mitarbeiter eines Unternehmens von verschiedenen Orten aus arbeiten, muss ein Zugriff auf relevante Daten von allen Geräten gesichert sein. Das schaffen Sie mit einer cloudbasierten Lösung – die Daten werden dann zentral auf Servern des jeweiligen Anbieters gespeichert. Jeder, der zugangsberechtigt ist, kann sie aufrufen. Das geht zum Beispiel mit Microsoft One-Drive, Evernote und auch Dropbox. Die Dateien werden automatisch synchronisiert und somit ist jeder Benutzer auf dem aktuellen Stand.
Tauschen Sie sich so oft es geht mit Vorgesetzten und Kollegen aus – das schafft ein Wir-Gefühl auch während der Kontaktsperre. Organisieren Sie Telkos, tippen Sie eine kurze Whatsapp-Nachricht oder treffen Sie sich zu Videokonferenzen.

Für das Arbeiten im Homeoffice benötigen Sie meist nur einen Computer – und viel Selbstdisziplin

Tipp 5: Werden Sie Ihr eigener Manager

Als Nachteil des Home-Offices nennen einige Beschäftigte die verschwimmenden Grenzen zwischen Arbeit und Freizeit. Aufgepaßt – dieses Problem können nur Sie alleine lösen, indem Sie ein kluges und diszipliniertes Selbstmanagement betreiben. Machen Sie sich einen genauen Plan, wie Ihr Tag ablaufen soll: Mit festen Zeiten, mit einer To-Do-Liste und klar umrissenen Zielen. Gehen Sie streng nach diesem Plan vor. Arbeit ist Arbeit und Freizeit bleibt Freizeit.

Was der Tipp bewirkt

Wenn Sie die Tipps für Ihr Home-Office anwenden, dann sind Sie weiterhin mit Ihrem ganzen Team so verbunden, als würden Sie alle in demselben Gebäude sitzen. Dank Laptop und Smartphone ist das Büro heute immer dabei. Die Corona-Krise ist nicht nur eine Chance, sondern ein Lehrmeister in Sachen mobiles Büro. Sie wollen noch mehr darüber erfahren? Werfen Sie einen Blick in mein Ebook.



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