Hallo, Schatzi, „123…“ – wie steht’s um Ihre Passwörter? Wichtige Tipps für Ihre Datensicherheit



Es gibt ein Wort, das heute ganz selbstverständlich zum Alltag gehört, das dennoch vielen Menschen die Haare zu Berge stehen lässt: das Wort „Passwort“. Überall muss man sich heutzutage einloggen! Im Büro in den Computer, in bestimmte, gesicherte Dateien, in Kommunikationsgruppen über Apps wie WhatsApp, auf Facebook und und und. Aber auch im Privatleben – kaum ein Online-Kauf geht heute noch ohne die vorherige Einrichtung eines Kundenkontos. Wer kann bei so vielen Passwörtern noch den Überblick behalten?

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Alle Passwörter leicht aufzufinden am Bildschirm? Geht gar nicht!

Was ist das Problem

Es gibt scheinbar nur zwei Varianten bei diesem Thema:
Die 1. Variante: man nimmt immer dasselbe Passwort für alles, was im Arbeitsalltag und im Privatleben ein Passwort benötigt. Die meistgewählten Passwörter in Deutschland lauten „Hallo“, „passwort“ und „123456“. Wer ein bisschen mehr Fantasie hat, wählt etwas, das sich leicht merken lässt: den Geburtstag des jüngsten Kindes, den Namen des Hundes oder den Namen einer Filmfigur, die man gerne wäre.

Die 2. Variante, die noch immer grassiert, weil es im Alltag ja immer schnell-schnell gehen muss: das Zugangspasswort für den Computer an den Bildschirm zu kleben und alle anderen Passwörter auf einem oder mehreren Zetteln an die Pinnwand zu heften oder in die Schublade zu legen. Das wird einem ja schließlich auch immer geraten, für den Fall, dass andere Methoden versagen.

Besonders spannend ist, was eine Studie 2016 herausfand: fast die Hälfte der Versuchspersonen war bereit, ihre Passwörter für Schokolade preiszugeben! Ein bittersüßer Alptraum für die liebe Abteilung Datenschutz. Und was können Sie nun machen, wenn Sie bislang zu diesen beiden Gruppen gehört haben? Schämen müssen Sie sich nicht – Sie sind ja offensichtlich in zahlreicher Gesellschaft. Nur sehr viel vorsichtiger sollten Sie werden! Und deshalb gebe ich Ihnen Tipps für zwei neue Passwort-Varianten.

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Sie sind auf Geschäftsreise und müssen erst einmal im Büro anrufen, um nach dem Passwort zu fragen? Das geht auch anders!

So funktioniert es

Ein gutes Passwort, das Ihnen im Alltag schnell einfällt und das gleichzeitig sicher ist, ist sehr viel leichter zu finden und zu behalten als Sie jetzt vielleicht denken. Schließlich kursieren im Internet Anweisungen zu Kombinationen aus Zahlen, Buchstaben und Symbolzeichen, die sich kein Mensch merken kann, der nicht zufällig gerade die Gedächtnisweltmeisterschaft gewonnen hat.

1. Tipp:

Wählen Sie sich ein Grundpasswort. Welchen Satz sagen Sie zum Beispiel häufig und können ihn sich auch leicht merken? „Ich brauche dringend einen Kaffee“? Dann könnte Ihr Grundpasswort „Ibd1K“ lauten. Besser wäre „So früh am Morgen brauche ich erstmal dringend einen Kaffee!“, denn dann hätte das Grundpasswort mehr Zeichen: „SfaMbied1K!“. Und dieses Grundpasswort passen Sie für jedes Login an. Wenn Sie die ersten zwei Buchstaben der jeweiligen Webadresse oder Datei vorne oder hinten an das Passwort anhängen, könnten Sie sich das System auch leicht merken. Würden Sie beispielsweise ein Konto bei www.buero-kaizen.de eröffnen, dann könnte Ihr sicheres Passwort jetzt lauten: SfaMbied1K!bu. Eröffnen Sie eins auf www.sogehtmeinPasswort.de könnte Ihr Passwort so lauten: soSfaMbied1K! Mit diesen 13 Zeichen, abwechselnden Groß- und Kleinbuchstaben, einer Zahl und einem Ausrufezeichen, haben Sie ein derzeit sehr sicheres Passwort. Und die Kombination aus Grundpasswort und Zusätzen macht es Ihnen leichter, sich auch diese längeren Passwörter zu merken.

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Die digitale Passwortverwaltung kann eine große Hilfe im Alltag sein.

2. Tipp:

Eine andere Möglichkeit, die weder besser noch schlechter ist, wäre die Einrichtung einer digitalen Passwortverwaltung. Viele Browser bieten das heute automatisch an. Bedenken Sie nur: eine Passwort-Verwaltung über den Browser ist nicht an jedem Arbeitsplatz erwünscht. Sprechen Sie deshalb vor der Einrichtung mit den Zuständigen für Datenschutz in Ihrem Unternehmen. Falls Ihre Firma keine eigene Passwortverwaltung anbietet, gibt es Tools dafür im Internet. Einige dieser Programme nehmen Ihnen das Erfinden von Passwörtern ab und stellen Ihnen vielstellige, sehr kryptisch erscheinende Abfolgen von Buchstaben, Zahlen und Zeichen zur Verfügung. Abfolgen, die sich auch wieder nur merken kann, wer für die Gedächtnisweltmeisterschaft trainiert. Achten Sie nur darauf, nicht irgendein x-beliebiges Tool zu verwenden, bloß weil es kostenlos oder günstig ist. Ein niedriger Preis schlägt sich möglicherweise in mangelnder Sicherheit nieder. Für die Alltagstauglichkeit dieser Programme sorgt deren Speicherfunktion. Sie speichern Benutzernamen und Passwort für jedes Login, und Sie müssen sich am Ende nur ein einziges Passwort merken: das Generalpasswort, um sich in die Passwortverwaltung einloggen zu können.

Alltag im Büro: Hallo, Schatzi, 123… – oder geht’s schon sicherer? Hier 2 Tipps für Ihre #Datensicherheit… Klick um zu Tweeten

Darauf kommt es an

Ihr Grundpasswort sollte heutzutage aus weit mehr als nur vier, fünf Buchstaben bestehen. Wenn Sie den Satz aus Tipp 1 zur Basis nehmen, muss es ein Satz sein, der sich leicht merken lässt und der nicht von allen anderen benutzt wird (also keine Abkürzung des Firmenmottos). Er sollte außerdem große und kleine Buchstaben, Satzzeichen und mindestens eine Zahl enthalten. Keine Sorge, Sie werden sich die Abkürzungen nach kurzer Zeit und für lange Zeit merken können. Entscheiden Sie sich für das Tool, das Ihnen automatisch Passwörter vorgibt, denken Sie daran, die Passwörter immer zu speichern und zu aktualisieren, denn sonst nützt das schöne Tool gar nichts. Machen Sie außerdem täglich Sicherungskopien Ihres Rechners, denn wenn die Festplatte zerstört ist, sind meist auch alle Passwörter Ihres Tools hin. Wer dann kein Backup mindestens vom Vortag hat, muss sich für alles neue Passwörter anfordern – ein Aufwand, der im Alltag, egal ob im Büro oder in der Freizeit, viel Zeit und Nerven kostet.

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Keine Chance für Hacker – die kluge Passwortverwaltung lässt Sie Ihren Alltag ganz sorgenfrei genießen.

Was der Tipp bewirkt

Immer wieder gibt es Berichte, dass sich irgendwer dank nicht gestopfter Datenlecks Zugangsinformationen von zahllosen Menschen beschafft hat. Aber nicht nur diese Datensauger – auch andere Hacker können Ihre Zugänge schnell knacken, wenn Sie „Hallo“, „123456“ oder ähnlich weit verbreitete, schlichte Passwörter benutzen. Zwar mögen längere, kompliziertere Passwörter auf den ersten Blick für Ihren Alltag wenig tauglich scheinen. Aber Sie werden sich schnell daran gewöhnt haben, nun die sicheren Passwörter zu nutzen.

Extra-Tipp

Wenn Sie die Variante des Grundpasswortes wählen, dann sollten Sie auf keinen Fall dasselbe Passwort für alle Zugänge nehmen. Variieren Sie hier wirklich wie oben beschrieben. Denn sollte es an einer der 100 Stellen, an denen Sie sich in den letzten Monaten eingeloggt haben, ein Datenleck geben, sind Ihre gesamten Zugänge bedroht. Das ist privat schon unangenehm, aber auch Ihre Firma wird davon ganz sicher nicht begeistert sein. Wenn Sie sich für einen Passwort-Manager entscheiden, dann finden Sie weiterführende Tipps in meinen Artikeln „Passwörter verwalten mit 123456? Schlechte Idee – besser geht's mit Passwortmanagern“ und „0815-123 – Bist du dir sicher??? Besser geht es mit einem Passwortmanager!“. Haben Sie Sorge, dass Ihr Passwort schon geknackt wurde? Dann finden Sie Tipps in „Besser nicht: beliebteste Passwörter, die mal gar nicht gehen“. Und weitere Tipps zu Ihrer Passwortverwaltung finden Sie in meinem Buch „Für immer aufgeräumt – auch digital. So meistern Sie E-Mail-Flut und Datenchaos“.

Und Sie?

Wie steht es um Ihre Passwörter? „Hallo“, „Schatzi“, „123…“ – oder sind sie doch schon sicherer? Wenn Ihnen all das Digitale im Alltag immer mal zu viel wird und Sie sich nach den Tagen, da das Passwort am Bildschirm hängen durfte, zurücksehnen, dann geben Sie nicht auf, bevor Sie auch all die anderen Tipps in meinem Buch „Für immer aufgeräumt – auch digital. So meistern Sie E-Mail-Flut und Datenchaos“ gelesen haben. Probieren Sie's einfach mal aus – ich bin sicher, Sie werden am Ende selbst bei den kompliziertesten Passwörtern das Gefühl haben, dass das alles gar nicht so kompliziert ist.



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